"Wob-baba-luba - Landshuter Geschichten aus den 50er Jahren"

 

„Wob-baba-luba“ ist weder der Kampfschrei eines Massaikriegers, noch der Name eines kleinen Drachens im Kinderprogramm. Vielmehr handelt es sich überraschenderweise um die neue bayerische Komödie des Hofberg Theaters aus den fünfziger Jahren, bei der beste Unterhaltung mit Charme und Witz garantiert ist. Der exotisch klingende Titel spielt dabei auf den Hit „Tutti Frutti“ von Little Richard an. Premiere ist am 28. Oktober im Zeughaus. Weitere Aufführungen finden am 29.10., 31.10., 3.11., 4.11. und 5.11. statt.
 
„Wob-baba-luba – Landshuter Geschichten aus den wilden 50er Jahren“ spielt in einem kleinen Landshuter Friseursalon in der Altstadt. Jeder Stadtteil hat zu dieser Zeit seine eigene „Blosn“. Die jungen Leute nennen sich „Casablanca“ (Mädchenschwarm), „Luggestrick“ (wegen seines Schwarzhandels mit Lucky Strikes), „Frisierer-Biwi“ (Motorradmechaniker), „Riwa vom Rio“ (Bedienung in der Milchbar) oder „Stich-Steffi“ (?). Der Petticoat ist genauso "in" wie die Jeans, Sakkos werden ebenso getragen wie Lederjacken. Man geht zum Catchen, zum Sandbahnrennen oder trifft sich einfach in einer Bar. Das Leben scheint leicht zu sein für die Jugend von damals. Wer etwas auf sich hält, hat seinen eigenen frisierten "Hobel", auf dem er zusammen mit einem "steilen Zahn" einen Ausritt ins Umland macht. Zu dieser Zeit hält auch der Rock'n'Roll Einzug in den Landshuter Tanzlokalen. Doch nicht alle wollen diese neue, wilde Zeit mitmachen und so mancher muss sich unter dem Einfluss seiner Freunde anders geben als er eigentlich ist. Gerade das stellt so manche Freundschaft auf eine harte Probe und bringt Menschen statt zusammen immer weiter auseinander.
 
Den Bezug zu Landshut stellen dabei die in den späten 50er Jahren bekannten Örtlichkeiten her. Wer erinnert sich nicht an die berühmt berüchtigte Roxy Bar am Rande des Dreifaltigkeitsplatzes, an spektakuläre Sandbahnrennen im legendären Hammerbachstadion, an emotionsgeladene Kampfabende der Catcher in der alten Viehmarkthalle, an romantische Rendezvous in den Isarauen oder an geheime Verabredungen in trauter Zweisamkeit im Kronprinz Filmpalast. Rund um diese Plätze spielt die Geschichte von der „Blosn“ des arbeitsscheuen Frauenschwarms „Casablanca“. Ein wenig vergleichbar ist die Stimmung des Stückes mit bekannten Fernsehserien wie „Münchner Geschichten“, „Monaco Franze“ oder „Irgendwie und Sowieso“.
 
Getragen wird die bayerische Komödie von leichtem Swing, flottem Boogie-Woogie und immer wieder Rock’n’Roll. Entsprechend der Zeit werden die Schauspielerinnen und Schauspieler vom Hofberg in sehenswerten Kostümen aus der Zeit auftreten. Sogar ein chromblitzender „Hobel“ wird auf der Bühne, die sich in vier simultane Ebenen gliedert, präsentiert. Damit der Zeitsprung in die 50er Jahre problemlos gelingt, hält Spielleiter Gerhard Daniel, wenn alles klappt, bereits vor dem Haupteingang des Zeughauses ein besonderes Schmankerl bereit. Dazu wird zwischen den Akten die bekannte Showtanzgruppe Peppermint für die richtige 50er Jahre Stimmung sorgen. Ob da das Publikum ruhig sitzen bleibt?
 
Bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn werden im „Studio B“, das nach dem Proberaum des Theaters benannt ist, Getränke angeboten und laden Stehtische zum lockeren Plausch oder zum Theatergespräch ein. Hier besteht auch die Möglichkeit mit dem einen oder anderen Theaterverantwortlichen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.
In München löste die bayerische Komödie aus der Feder von Erfolgsautor Peter Landstorfer wahre Begeisterungsstürme aus. Das Hofberg Theater Landshut hofft natürlich auf ähnliche Zustimmung bei seiner ersten Spielzeit im Saal des Zeughauses an der Wittstraße.  

Showgruppe Peppermint